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05. Dezember 2010

Dirk Schmitt


„Für mich steht der Gegenstand im Mittelpunkt unserer Erfahrung.
Und in einer realistischen Darstellung einiger Birnen kann ich eine Vielzahl abstrakter Elemente hineinbringen.“


Der Kölner Maler Dirk Schmitt absolvierte sein Studium bei Professor Dieter Kraemer an der Fachhochschule Köln. Entschieden ging er den Weg der realistischen Malerei.

„Für mich steht der Gegenstand im Mittelpunkt unserer Erfahrung. Und in einer realistischen Darstellung einiger Birnen kann ich eine Vielzahl abstrakter Elemente hineinbringen.“

Der Betrachter muss also den Blick nur auf die Schatten und vielen kleinen Verästelungen Schmitts Rotkohl-Studie konzentrieren oder auf die feinen Nuancen von Rottönen auf der Granatapfel-Darstellung.

Die seit der künstlerischen Moderne immer wieder beschworene Trennung von realistischer und abstrakter Kunst hält Schmitt für unsinnig. Und gegen alle künstlerischen Experimente und Trends der letzten Jahrzehnte vertraut er in seinem Realismus auf die Kontinuität einer Jahrtausende alten Tradition, in der vor allem die Erfahrung einer genauen, sorgfältigen Betrachtung unserer Umgebung aufgehoben ist. Der Mensch malt seine Welt: die Dinge, seine Mitmenschen, sich selbst. Und indem er sie malt, versteht er das Leben besser.

Malerischer Realismus à la Schmitt ist also keineswegs nur ein Abbild. Es ist vielmehr die Aufforderung, genau hinzuschauen und vor dem, was im Fluss des Alltags banal und flüchtig erscheint, für eine Weile inne zu halten.


Weitere Informationen: www.dirk-schmitt.de



18. April bis 11. Juli

Klaus Tenner

"Ich mache etwas mit dem Bild, das Bild macht etwas mit mir."


Klaus Tenner beginnt mit dem weißen Malgrund. Der erste Strich zerstört das Weiß des Papiers, gleichwohl schafft der in Köln lebende Maler etwas Neues. Der kreative Prozess, das Schaffen, bedeutet immer auch ein Zurückdrängen des Vorhandenden.

"Ich male originär etwas aufs Papier bzw. die Leinwand, das ausschließlich von mir und aus mir heraus kommt. Dabei wechseln Kopf und Herz und Verstand und Gefühl einander ab."

Manche Striche sind ganz bewusst, manchmal konstruiert, der Perspektive folgend; andere sind fast zufällig, ohne zielgerichtet zu sein, fast gekleckst, ganz unwillkürlich. Im Laufe des Malprozesses entsteht ein Ringen um das Bild, ein "Kampf" der Formen und Farben.

“So wie ich das Bild entstehen lasse, so lässt das Bild etwas Neues in mir entstehen: Es fordert mich heraus, lenkt mich in eine neue Richtung, beeinflusst mich in der Entscheidung, eine bestimmte Stelle im Bild weiter zu bearbeiten, oder eben nicht. Wir treten in einen Dialog.”

Dabei ist der gestalterische Prozess, das Ringen um das Bild der Antrieb. Klaus Tenner weiß zu Beginn nicht, was herauskommt. Das Bild entwickelt sich, es wächst und lässt ihn wachsen. Dabei scheinen die Stellen im Bild, um die der Maler am meisten "kämpfen" musste, die ihm am wenigsten leicht von der Hand gingen, oftmals die interessantesten, die stärksten.

“Je näher ich als Maler am Scheitern, am Nichtgelingen bin, desto überzeugender und stärker ist dann oft das Bild.”

Immer wieder werden Stellen im Bild, die möglicherweise schon ein malerische Stärke hatten, mit dem Ziel "geopfert", vielleicht eine noch stärkere intensivere Aussdrucksform zu finden. Dieses Ringen um Komposition, Farbigkeit, Tiefe, Ausdruck, dieser Prozeß der Bildentwicklung ist Tenners Thema. Deshalb haben seine Bilder auch keine Titel, da - idealerweise - auch der Betrachter, immer die Möglichkeit haben soll, Neues in dem Bild zu entdecken, sich auf eine neue Sichtweise einzulassen.