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5. Dezember 2010 bis 30. Januar 2011

Dirk Schmitt - Malerei
Christoph Jakob - Skulptur

Dirk Schmitt : Malerei

„Für mich steht der Gegenstand im Mittelpunkt unserer Erfahrung.
Und in einer realistischen Darstellung einiger Birnen kann ich eine Vielzahl abstrakter Elemente hineinbringen.“


Der Kölner Maler Dirk Schmitt absolvierte sein Studium bei Professor Dieter Kraemer an der Fachhochschule Köln. Entschieden ging er den Weg der realistischen Malerei.

„Für mich steht der Gegenstand im Mittelpunkt unserer Erfahrung. Und in einer realistischen Darstellung einiger Birnen kann ich eine Vielzahl abstrakter Elemente hineinbringen.“

Der Betrachter muss also den Blick nur auf die Schatten und vielen kleinen Verästelungen Schmitts Rotkohl-Studie konzentrieren oder auf die feinen Nuancen von Rottönen auf der Granatapfel-Darstellung.

Die seit der künstlerischen Moderne immer wieder beschworene Trennung von realistischer und abstrakter Kunst hält Schmitt für unsinnig. Und gegen alle künstlerischen Experimente und Trends der letzten Jahrzehnte vertraut er in seinem Realismus auf die Kontinuität einer Jahrtausende alten Tradition, in der vor allem die Erfahrung einer genauen, sorgfältigen Betrachtung unserer Umgebung aufgehoben ist. Der Mensch malt seine Welt: die Dinge, seine Mitmenschen, sich selbst. Und indem er sie malt, versteht er das Leben besser.

Malerischer Realismus à la Schmitt ist also keineswegs nur ein Abbild. Es ist vielmehr die Aufforderung, genau hinzuschauen und vor dem, was im Fluss des Alltags banal und flüchtig erscheint, für eine Weile inne zu halten.


Weitere Informationen: www.dirk-schmitt.de



Christoph Jakob: Skulptur

„Die Arbeit am Stein ist oft eine Gratwanderung.
Hartgestein ist wie Glas, es splittert einfach weg, wenn man es falsch anpackt.
Ich liebe diese Oberfläche, die Geschichten erzählt, und den kühlen Kern, den man da herausschälen kann.“

Christoph Jakob arbeitet mit einem besonderen Verfahren: mit dem Spaltkeil bricht er an genau definierten Bruchstellen das glasharte Material auf, versieht die „Bruchstücke“ mit Einschnitten, lässt durch Wegschlagen seriell angeordnete Stege, runde Bohrlöcher, rechteckige oder quadratische Freiflächen entstehen und setzt die einzelnen Elemente wieder zusammen. Wie ein Architekt baut der Bildhauer seine Türme aus Steinelementen auf und verleiht jedem „Gebäude“ eine individuelle Aura: er akzentuiert durch polierte Kanten und Formen, gewährt durch Freiflächen Einblicke und Durchblicke, versieht die „Fassade“ mit Strukturen oder spielt durch Versetzen der Turmelemente und Bohrlöcher an den Schnittkanten mit der Statik.

So entstehen Steinskulpturen, die Ruhe und Kraft ausströmen, da der aus dem Frankfurter Raum kommende Künstler stets eine harmonische Balance zwischen seinen gestalterischen Eingriffen und der Eigendynamik des Steins, seiner Oberflächeneigenschaften, seiner farblichen und strukturellen Eigenheiten entstehen lässt.

Weitere Informationen: www.christophjakob.de

      



18. April bis 11. Juli 2010

Klaus Tenner - Malerei
Take Bijlsma - Skulpturen
Jürgen Keil - Fotografie


Klaus Tenner : Malerei

"Ich mache etwas mit dem Bild, das Bild macht etwas mit mir."

Klaus Tenner beginnt mit dem weißen Malgrund. Der erste Strich zerstört das Weiß des Papiers, gleichwohl schafft der in Köln lebende Maler etwas Neues. Der kreative Prozess, das Schaffen, bedeutet immer auch ein Zurückdrängen des Vorhandenden.

"Ich male originär etwas aufs Papier bzw. die Leinwand, das ausschließlich von mir und aus mir heraus kommt. Dabei wechseln Kopf und Herz und Verstand und Gefühl einander ab."

Manche Striche sind ganz bewusst, manchmal konstruiert, der Perspektive folgend; andere sind fast zufällig, ohne zielgerichtet zu sein, fast gekleckst, ganz unwillkürlich. Im Laufe des Malprozesses entsteht ein Ringen um das Bild, ein "Kampf" der Formen und Farben.

“So wie ich das Bild entstehen lasse, so lässt das Bild etwas Neues in mir entstehen: Es fordert mich heraus, lenkt mich in eine neue Richtung, beeinflusst mich in der Entscheidung, eine bestimmte Stelle im Bild weiter zu bearbeiten, oder eben nicht. Wir treten in einen Dialog.”

Dabei ist der gestalterische Prozess, das Ringen um das Bild der Antrieb. Klaus Tenner weiß zu Beginn nicht, was herauskommt. Das Bild entwickelt sich, es wächst und lässt ihn wachsen. Dabei scheinen die Stellen im Bild, um die der Maler am meisten "kämpfen" musste, die ihm am wenigsten leicht von der Hand gingen, oftmals die interessantesten, die stärksten.

“Je näher ich als Maler am Scheitern, am Nichtgelingen bin, desto überzeugender und stärker ist dann oft das Bild.”

Immer wieder werden Stellen im Bild, die möglicherweise schon ein malerische Stärke hatten, mit dem Ziel "geopfert", vielleicht eine noch stärkere intensivere Aussdrucksform zu finden. Dieses Ringen um Komposition, Farbigkeit, Tiefe, Ausdruck, dieser Prozeß der Bildentwicklung ist Tenners Thema. Deshalb haben seine Bilder auch keine Titel, da - idealerweise - auch der Betrachter, immer die Möglichkeit haben soll, Neues in dem Bild zu entdecken, sich auf eine neue Sichtweise einzulassen.



Take Bijlsma: Skulpturen - Zu-Samen

Samen bieten mit ihrer äußerlichen Gestalt für den in Den Haag geborenen Bildhauer Take Bijlsma eine große Palette an Formen. Aber was der Holländer mehr noch mit dem Samen verbindet, ist ein Gefühl des Staunens. Für ihn lässt es sich reduzieren auf ein Staunen gegenüber dem Phänomen “Leben“ – und aus diesem Staunen entsteht Respekt für das Leben.

“Das Potential eines kleinen Samen, sich unter günstigen (oder auch manchmal unter denkbar ungünstigen) Bedingungen zu transformieren, sich zu entfalten, zum Beispiel zu einem großen Baum, erfüllt mich mit Ehrfurcht.”

Mit Samen assoziieren wir in der Regel aufkeimende Lebenskraft und dennoch birgt jeder Samen in sich auch die Vergänglichkeit.

“Egal in welcher Größe auch immer ich einen Samen in seiner Gestalt nachahme, es wird nie ein großer Baum werden; ich als Bildhauer kann nur Ideen, geistigen Samen, Leben einhauchen.”

Weitere Informationen: www.take-bijlsma.de



Jürgen Keil: Fotografie - Wunderwerke der Natur

Wir erfreuen uns an der Farbenpracht einer Blumenwiese. Ist sie verwelkt oder gar abgestorben, verliert sie unser Interesse. Für den Fotografen Jürgen Keil zu Unrecht. Denn die verbleibenden Fruchtstände und Samen sind Wunderwerke der Natur, die sich uns erst erschließen, wenn wir sie aus der Nähe betrachten. Außerdem enthalten sie im absoluten Ruhezustand sämtliche Informationen, um im nächsten Frühjahr wieder zum Leben zu erwachen und uns mit ihrer ganzen Pracht neu zu beschenken.

Ich habe versucht, deren Schönheit und Formenreichtum mit dem Makroobjektiv einzufangen. Es entstand eine Sammlung von mehr als 200 Motiven. Die Ausstellung soll nachdenklich machen und die Sinne schärfen für die kleinen, unscheinbaren Dinge, damit wir Ehrfurcht entwickeln vor dem großen Ganzen, vor der Schöpferkraft der nun über 400 Millionen Jahre währenden Evolution. Dann können wir auch der Bedrohung der Natur durch den Menschen begegnen und sie erhalten.

Als Mitglied im Verein zur Förderung künstlerischer Bildmedien Bayer e.V. Leverkusen, beschäftigt sich Jürgen Keil seit vielen Jahren erfolgreich mit der Nahfotografie von Pflanzen, insbesondere der Blütenpflanzen der Alpen und der in Europa vorkommenden Orchideen.




S O N N T A G S M A T I N E E

 
Jennifer Grasshoff
Galeristin
  John David
Kurator

Jeden letzten Sonntag im Monat findet in der Flow Fine Art
Galerie in Hitdorf am Rhein von 11 - 15 Uhr eine Matinee statt.

In wunderschönem Ambiente bei außergewöhnlicher Live-Musik,
führen wir Sie gerne persönlich durch die aktuelle Ausstellung.



Öffnungszeiten:
jeden Samstag und Sonntag von 15 - 19 Uhr
oder gerne nach telefonischer Vereinbarung.

Jennifer Grasshoff, Tel: ‎02173-40 99 999
Bürozeiten täglich 10 bis 18 Uhr.

Die aktuelle Ausstellung geht bis zum 13. Mai.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!